Startoptionen für Windows 7

Falls der Windows 7 Systemstart nicht mehr korrekt funktioniert, bietet Windows 7 mehrere Startoptionen, die eine Reparatur der Win7-Produktivumgebung ermöglichen:

Abgesicherter Modus

Im Bootvorgang des Win7-Rechners kann die F8-Taste gedrückt werden. Der Bildschirm zeigt nun den Eintrag „Abgesicherter Modus“ an. Der Abgesicherte Modus startet mit der produktiven Windows 7 Umgebung, allerdings ohne Ausführung von Autostart-Einträgen und nur mit wenigen Standardtreibern. Im Gerätemanager können Treiberinstallationen neu durchgeführt werden. Es ist auch möglich das Win7-System auf einen früheren Wiederherstellungspunkt zurückzusetzen.

Windows Recovery Environment (WinRE)

Wiederum kann im Bootvorgang des Win7-Rechners die F8-Taste gedrückt werden. Unter erweitere Startoptionen kann der Eintrag „Computer reparieren“ ausgewählt werden. Nun erscheint folgendes Auswahlfenster:

SystemwiederherstellungsoptionWin7

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Eintrag „Startreparatur“ ist hilfreich, wenn beim Rechnerstart kein Betriebssystem gefunden wird. Die Startreparatur versucht vom Zweitsystem aus in der Win7 Bootpartition eine neue Bootumgebung für das Produktivsystem zu erstellen. Falls der automatisierte Versuch scheitert, kann noch manuell über die Eingabeaufforderung (letzter Eintrag) versucht werden die Bootparameter neu zu setzen:

bootrec /fixmbr
bootrec /fixboot
bootrec /rebuildbcd

Der Eintrag „Systemwiederherstellung“ ermöglich das Zurücksetzen der Windows 7 Umgebung auf den Stand eines älteren Wiederherstellungspunktes. Diese Aktion wird aber im Gegensatz zum Abgesicherten Modus vom Zweitsystem in der separaten Win 7 Bootpartition durchgeführt.

Der Eintrag „Systemabbild-Wiederherstellung“ ermöglicht Ihnen das Restaurieren auf Basis eines Systemabbildes. Voraussetzung ist, dass das Systemabbild zuvor erstellt wurde (Systemsteuerung/ Sichern und Wiederherstellen / Systemabbild erstellen) und die Imagedatei auch vorliegt.

Der Eintrag „Eingabeaufforderung“ ermöglicht Ihnen z.B. eine Low-Level Datensicherung durchzuführen. Win7-Tools wie copy oder externe Dateimanager können in der Eingabeaufforderung gestartet werden (ebenso Undelete-Tools wie Recuva oder Photorec). Es ist auch denkbar einen Zweit-Virenscanner aus der Eingabeaufforderung zu starten.

Reparaturinstallation

Windows 7 bietet keine direkte Reparaturinstallation an (im Gegensatz zur Windows 8 Funktion „PC auffrischen“). Windows 7 ermöglicht allerdings mit dem Tool „sfc“ ein Prüfprogramm für die wichtigsten Systemdateien der Windows 7 Umgebung durchzuführen. In einer administrativen Eingabeaufforderung kann mit „sfc /scannow“ die Ressourcenvalidierung gestartet werden. Das Ergebnis der Prüfung wird in einer log-Datei (c:\windows\logs\cbs\cbs.log) festgehalten. Falls die Systemreparatur mit „sfc“ nicht erfolgreich ist, kann eine manuelle Inplace Reparaturinstallation mit einem Windows 7 Installationsmedium (mit identischem Service-Pack wie das Produktivsystem, Produkt-Key erforderlich, originale Win7-DVD oder Win7-OEM erforderlich, kein Win7 Systemreparaturdatenträger) durchgeführt werden. Dazu muss in der Produktionsumgebung das Win7 Setup-Programm vom Installationsdatenträger gestartet werden. Danach ist die Installationsart „Upgrade“ zu wählen. Benutzerdaten, Einstellungen und Programme bleiben auf dem Rechner erhalten. Updates müssen neu installiert werden.

Systemreparatur für Windows 7

Wenn Windows 7 noch startet, aber der Startvorgang ungewöhnlich lange dauert, das System öfters abstürzt, die Windows-Update-Funktion streikt, der Virenscanner sich nicht mehr aktualisieren lässt, etc. das ganze Fehlverhalten irgendwie nicht reproduzierbar ist, dann ist eine systematische Vorgehensweise zur Systemreparatur sinnvoll.

Zunächst sollte versucht werden innerhalb der Windows 7 Produktionsumgebung Benutzerdaten auf einen externen Datenträger zu sichern. Zum Kopieren von Datenstrukturen unter Windows 7 helfen (portable) Dateimanager wie Speed- oder TotalCommander, die ein Kopieren ohne NTFS-Berechtigung ermöglichen. Sind die Benutzerdaten lesbar, kann sich der Systemadministrator erst einmal etwas entspannter zurücklehnen.

Im nächsten Schritt hilft mit „chkdsk c: /f“ ein Blick auf die Systempartition des Betriebssystems. Falls das Ergebnis der Dateisystemanalyse defekte Sektoren aufzeigt, ist eine Imagesicherung der Festplatte/Partition sinnvoll. Viele Knoppix-basierten Bootmedien (oder Parted Magic) beinhalten das Tool „ddrescue <quelle> <ziel> <logfile>“ (entw. von A. Diaz) oder „ntfsclone“, die defekte Sektoren beim Kopieren ignorieren. Quell- und Ziellaufwerk müssen bei Einsatz von ddrescue gleich groß sein. Am besten eignet sich der Einsatz einer zusätzlichen externen USB-Festplatte. Nach dem Klonen der produktiven Festplatte kann in der mit ddrescue / ntfsclone gesicherten Image-Datei eine Analyse der Benutzerdaten erfolgen. Falls die o.g. Sicherung der Benutzerdaten verlustreich war, können nun die Benutzerdaten unter Knoppix auf ein weiteres (externes) Datenmedium zur Analyse gesichert werden (NTFS-Berechtigungen werden unter Linux nicht mitkopiert).

Wenn chkdsk defekte Sektoren aufzeigt, sollte die vorhandene Festplatte nicht mehr zum Einsatz kommen. Ein Kauf einer neuen Festplatte ist sinnvoll; am besten gleich eine SSD-Festplatte beschaffen, die meist mehr Performance verspricht. In vielen Fällen wird die SSD-Festplatte eine geringere Kapazität wie die vorhandene defekte Festplatte haben, was den Einsatz eines Partition-Managers erfordert. Nach Verkleinerung der Partitionen können diese einzeln auf die neue SSD-basierte Festplatte übertragen werden. Mit ein wenig Glück bootet die neu installierte SSD-Festplatte mit Windows 7 und die zusätzlich gesicherten Benutzerdaten können wieder in die ursprünglichen Verzeichnisse zurückkopiert werden.

Falls chkdsk valide Festplattensektoren zurückmeldet, ist der Einsatz eines System File Checkers sinnvoll. Windows 7 bietet mit dem Tool „sfc“ ein Prüfprogramm für die wichtigsten Systemdateien der Windows 7 Umgebung. In einer administrativen Eingabeaufforderung kann mit „sfc /scannow“ die Ressourcenvalidierung durchgeführt werden. Das Ergebnis der Prüfung wird auch in einer log-Datei (c:\windows\logs\cbs\cbs.log) festgehalten. Falls die Systemreparatur mit „sfc“ nicht erfolgreich ist und z.B. im Log „corrupted file“ Einträge auftauchen, hilft eine sog. Inplace Reparaturinstallation mit einem Windows 7 Installationsmedium (mit identischem Service-Pack wie das Produktivsystem, Produkt-Key erforderlich, originale Win7-DVD oder Win7-OEM erforderlich, kein Win7 Systemreparaturdatenträger). Starten Sie dazu in der Produktionsumgebung das Win7 Setup-Programm vom Installationsdatenträger und wählen die Installationsart „Upgrade“ aus. Benutzerdaten, Einstellungen und Programme bleiben auf dem Rechner erhalten. Nach der Reparaturinstallation kann dann nochmals zur Validierung ein „sfc /scannow“ durchgeführt werden.

Das Windows 7 System sollte sich nun wieder starten lassen. Nach erfolgreicher Überprüfung des Virenscanners und der Windows-Update-Funktion kann sich der Systemadministrator einmal auf die Brust klopfen.

Best Practice: Wenn der PC nicht mehr startet

notfalltoolsIn diesem Blog möchte ich mal einige Hinweise geben, was Sie tun können, wenn ihr System nicht mehr bootet bzw. hochfährt.

Wichtig! Bleiben Sie cool und gehen Sie systematisch vor. Eine Beanwortung der Frage, was sich zuletzt verändert hat, hilft häufig weiter. Klicken Sie nicht blind durch die Gegend sondern protokollieren oder dokumentieren Sie vorgenommene Systemveränderungen.

Bei einem Desktop-PC ist es ratsam die inneren Komponenten und deren Verbindungen zu überprüfen. Im Rahmen dieser Aktion können Sie – zur Reduzierung der Komplexität – versuchen alle Komponenten, die für den Systemstart nicht benötigt werden, zu entfernen. Startet danach wie gewohnt der PC, können Sie die abgehängten Komponenten sukzessive wieder integrieren.

In seltenen Fällen hilft das Löschen des CMOS-RAM im BIOS. Meist existiert dazu ein Jumber mit Beschriftung „CMOS Clear“, der im Handbuch näher beschrieben ist. Ein Neustart mit Standard-BIOS-Einstellungen kann zum Erfolg führen.

Im nächsten Schritt sollten Sie die Funktionsfähigkeit der Festplatte analysieren. Gehen Sie dazu ins BIOS und prüfen Sie, ob z.B. in der Bootreihenfolge der Name der Festplatte auftaucht. Falls nicht kann ein Kabeltausch (IDE, SATA, SAS, etc.) an der Festplatte weiterhelfen. Überprüfen Sie auch die Mechanik der Festplatte. Läuft der Festplattenmotor gar nicht an oder hören Sie unregelmäßige (laute) Geräusche, helfen meist nur noch Datenrettungsmaßnahmen.

Werden im BIOS noch Informationen zur Festplatte angezeigt, aber beim Starten erscheint eine Fehlermeldung wie „Operating System not found“ kann es noch eine einfach Lösung geben. Überprüfen Sie die Bootreihenfolge im BIOS und stellen Sie sicher, dass keine CD/DVD eingelegt oder ein USB-Stick angeschlossen ist.

Passen die BIOS-Einstellungen so können die hier im Blog vorgestellten Live-CDs zur weiteren Analyse zum Einsatz kommen. Verwenden Sie zum Booten (ev. Bootreihenfolge anpassen) eine Live-CD mit dem Hitachi Feature Tool (z.B. Knoppix-CD, Hiren’s BootCD, etc.) und prüfen Sie, ob alle Festplatten-Parameter erkannt und angezeigt werden. Zur Absicherung können noch herstellerspezifische Tools (z.B. Samsung HDD Utility, Toshiba Hard Disk Diagnostic, Western Digital Data Life Diagnostic, Seagate SeaTools, etc.) zur Validerung der Festplatte zum Einsatz kommen. Für ältere SCSI-Festplatten eignet das Fujitsu-Tool SCSI Diagnostics. Für das Auslesen von SMART-Werten können herstellerunabhängige Tools wie CrystalDiskInfo (inkl. Akustik- und Energiemanagement), GSmartControl oder HD Tune (inkl. Messung der Transfergeschwindigkeiten) zum Einsatz kommen. Festplattenzugriffe können mit HDiskPerf grafisch dargestellt werden.

Falls keine Hinweise auf einen Festplattendefekt erkennbar sind, sollten im nächsten Schritt die Datenstrukturen auf der Festplatte hinterfragt werden. Starten Sie dazu z.B. die Knoppix-Live-CD und rufen den Dateimanager auf. Prüfen Sie, ob die Partitionen der Festplatte (Namen, Größe, etc.) und die Dateien angezeigt werden. Wenn Sie die Dateinamen noch erkennen können, nutzen Sie jetzt die Chance zur Datensicherung.

Werden keine Platten- bzw. Partitionsinformationen angezeigt, spricht vieles für einen fehlenden MBR (MasterBootRecord) oder fehlerbehaftete Partitionstabellen. Im letzteren Fall hilft das Tool „TestDisk“ (auch auf der Knoppix-CD) weiter, welches hier im Blog schon beschrieben wurde. Bei Problemen mit dem MBR verweise ich auf die Blogeinträge zur Systemreparatur bei XP, Vista und Windows7.

Systemreparatur für Windows Vista

Für Windows Vista hat Microsoft die Benutzerergonomie der von Windows XP her bekannten Systemwiederherstellung stark verbessert. Neben dem abgesicherten Modus mit der F8-Taste gibt es nun in Windows Vista die Systemwiederherstellungsoptionen, welche einfach über die gebootete Windows Setup-DVD aufzurufen sind. Windows wird veranlasst nach gültigen Windows Installationen auf der Festplatte zu suchen. Das Reparaturprogramm erkennt nur das installierte Windows Vista und keine anderen Betriebssysteme. Anschließend wird eine Liste der gefundenen Installationen zur Auswahl angezeigt. Über den Button „Treiber“ haben Sie die Möglichkeit zusätzliche Treiber aus von einer anderen Datenquelle zu laden. Nach der Auswahl der gewünschten Windows-Version wird ein neues Fenster geöffnet, welches die folgenden Optionen anbietet:

  • Systemstartreparatur: Automatisches Reparieren von Windows Startproblemen
  • Systemwiederherstellung: Herstellen von Windows über vorhandene Wiederherstellungspunkte
  • Windows Complete PC-Wiederherstellung: Kompletter Restore eines Windows-Backups
  • Windows-Speicherdiagnosetool: Arbeitsspeicher auf Fehler überprüfen
  • Eingabeaufforderung: Befehlseingabe über Kommandozeile

Die Systemstartreparatur behebt bestimmt Probleme, die den korrekten Start von Windows verhindern. Die Starthilfe versucht das Problem zu korrigieren, damit der Computer ordnungsgemäß gestartet werden kann.

Die Systemwiederherstellung legt regelmäßig einen Schnappschuss des Rechners an. Der sogenannte Wiederherstellungspunkt kann Windows in den Zustand zurückversetzen, an dem dieser angelegt wurde, wenn z.B. Windows Vista nach einer Treiber-Installation nicht mehr startet.

Die dritte Reparaturmöglichkeit mit der Bezeichnung „Windows Complete PC“ steht nur als Anwender eines Windows Vista Ultimate oder Windows Vista Business zur Verfügung. Die Complete PC-Sicherung legt eine komplette Sicherung eines Rechners in Form eines Abbilds (Image) an. Das Abbild umfasst jede Datei der Systempartition. So besitzen Sie für den Pannenfall immer eine funktionierende Windows-Installation, die Sie nur mit einer Vista-DVD zurück auf die Festplatte kopieren müssen. Damit Sie diese Reparaturmöglichkeit überhaupt nutzen können, müssen Sie selbstverständlich zuvor ein Abbild angelegt haben. Es wird allerdings alles, was sich auf den wiederherzustellenden Partitionen befindet, überschrieben.

Um den Systemreparatur-Datenträger zu erstellen navigieren Sie in der Systemsteuerung zu „System“ und „Sicherheit/Sichern und Wiederherstellen“. Danach klicken Sie im linken Bereich auf „Systemreparaturdatenträger erstellen“. Nun kann man eine externe Festplatte oder das DVD-Laufwerk als Zielmedium auswählen. Mit einem Klick auf Datenträger erstellen werden die Daten zusammengestellt und schließlich auf dem gewünschten Medium gespeichert. Bei einem Systemcrash kann man nun von dem Systemreparatur-Datenträger booten und die Reparatur-Optionen nutzen.
Um einen Wiederherstellungspunkt als System-Abbild zu nutzen, muss natürlich regelmäßig eine Sicherung durchgeführt werden (Systemsteuerung/System und Sicherheit/Sichern und Wiederherstellen/Systemabbild erstellen).

Die Eingabeaufforderung auf der Vista-DVD entspricht in ihrer Funktion der Wiederherstellungskonsole von Windows XP. Die zur Verfügung stehenden Befehle sind bei XP und Vista nahezu gleich (siehe Befehle beim Blog-Eintrag zur Systemreparatur für Windows XP).

Um auf der Wiederherstellungskonsole von Windows Vista oder Windows 7 einen neuen MBR zu schreiben, verwenden Sie den Aufruf „bootrec.exe /FixMbr“. Sie können das Programm auch verwenden, um einen beschädigten Bootsektor der Vista/Win7-Partition zu reparieren. Dazu benutzen Sie den Aufrufparameter „/FixBoot“.
Für die Wiederherstellung müssen Sie das System von der Windows-DVD booten. Sobald der „Installieren-Dialog“ erscheint, wählen Sie im unteren Teil den Link Computerreparaturoptionen. Wählen Sie in dem erscheinenden Menü dann erweiterte Startoptionen und hier dann Computerreparaturoptionen.

Klicken Sie auf das Betriebssystem, welches Sie reparieren möchten, und klicken Sie auf „Weiter“. Nach Auswahl des Tastaturlayouts wählen Sie in den Systemwiederherstellungs-optionen die Eingabeaufforderung. Geben Sie Bootrec.exe ein und drücken Sie „Enter“.

/FixMbr
Die Option „/FixMbr“ schreibt einen Windows-kompatiblen MBR (Master Boot Record) in die Systempartition. Diese Option überschreibt nicht die vorhandene Partitionstabelle. Verwenden Sie diese Option, wenn Sie Probleme mit einem beschädigten MBR beheben oder nicht standardmäßigen Code aus dem MBR entfernen müssen.

/FixBoot
Die Option „/FixBoot“ schreibt einen neuen Startsektor in die Systempartition, wobei sie einen Windows-kompatiblen Startsektor verwendet. Verwenden Sie diese Option, wenn eine der Bedingungen zutrifft: Der Startsektor wurde durch einen nicht standardmäßigen „Windows Startsektor ersetzt“ oder „Der Startsektor ist beschädigt“.
Nach der Installation von Windows wurde zusätzlich ein älteres Windows-Betriebssystem installiert. In diesem Szenario startet der Computer mithilfe von Windows NT Loader (ntldr) anstelle von Windows Boot Manager „Bootmgr.exe“.

/ScanOs
Die Option „/ScanOs“ durchsucht alle Datenträger nach Installationen, die mit Windows Vista/Win7 kompatibel sind. Darüber hinaus zeigt diese Option Einträge an, die sich zurzeit nicht im Speicher für Startkonfigurationsdaten befinden. Verwenden Sie diese Option, falls Windows Vista/Win7-Installationen vorhanden sind, die im Start-Manager-Menü nicht aufgelistet werden.

/RebuildBcd
Die Option „/RebuildBcd“ durchsucht alle Datenträger nach Installationen, die mit Windows Vista/Win7 kompatibel sind. Außerdem können Sie über diese Option die Installationen auswählen, die Sie dem Speicher für Startkonfigurationsdaten hinzufügen möchten. Verwenden Sie diese Option, wenn Sie die Startkonfigurationsdaten neu erstellen müssen.

Systemreparatur für Windows XP

Eine XP-Systemreparatur kann in mehreren Stufen durchgeführt werden. Für schwierigere Startprobleme ist eine Windows XP Setup-CD erforderlich.

Fehleranalyse im abgesicherten Modus

Drücken Sie beim Start von Windows XP mehrfach die F8-Taste für den abgesicherten Modus. Wertvolle Hinweise können Sie über „Ausführen/ msinfo32.exe“ bekommen. Msinfo32 zeigt alle Konfigurationsdaten und bietet Zugriff auf Hilfsprogramme. So können Fehler behoben werden, die durch Bugs in Anwendungen, Interrupt-Konflikte, Systemfehler oder fehlerhafte Treiber entstanden sind.

Starten der Wiederherstellungskonsole

Die Wiederherstellungskonsole kann über den Start von der Windows XP Setup-CD und Eingabe von „R“ erreicht werden und erfordert das Administratoren-Kennwort. Sie können nun Dateien und Ordner des Betriebssystems managen, Partitionen erstellen und formatieren, den Master Boot-Rekord (MBR) reparieren, Dienste, Geräte aktivieren oder deaktivieren. Über die Wiederherstellungskonsole kann beispielsweise auch die Festplatte mit „chkdsk.exe“ überprüft bzw. korrigiert werden.

Folgende Befehle (Details, Syntax) sind in der Wiederherstellungskonsole verfügbar:

attrib, batch, bootcfg (erlaubt das Hinzufügen zusätzlicher Parameter zu vorhandenen oder neuen Einträgen der boot.ini), cd, chdir, chkdsk, cls, copy, del, delete, dir, disable (deaktiviert Systemdienst), diskpart, enable (aktiviert Systemdienst), exit, expand, fixboot (schreibt Bootrecord), fixmbr (repariert MBR), format, help, listsvc (zeigt alle verfügbaren Dienste und Treiber an), logon, map, md, more, mkdir, net, rd, ren, rename, rmdir, set, systemroot, type.

Zum Reparieren einer unlesbaren dll/exe-Datei geben Sie z.B. über die Eingabeaufforderung folgenden Befehl ein:

expand c:\windows\i386\dllname.dl_ c:\windows\dllname.dll
expand c:\windows\i386\exename.ex_ c:\windows\exename.exe

Bestätigen Sie die nachfolgende Frage mit „ja“ und beenden die Wiederherstellungs-konsole mit „exit“. Führen Sie jetzt noch einen Neustart des Rechners durch.

Die bekannten Meldung „NTLDR fehlt“ kann bei einer XP-Standardinstallation durch den Befehl „fixmbr“ und einen Neustart beseitigt werden. Klappt der XP-Start dann immer noch nicht, nochmals die Wiederherstellungskonsole starten, im DOS-Fenster nun „fixboot c:“ eingeben und nochmals den Rechner neu starten. Ev. nochmals den Vorgang wiederholen und dann „bootcfg /rebuild“ eingeben.

Friert Windows nach der Anzeige des Startlogos ein, ist häufig ein fehlerhafter Treiber/Dienst die Ursache. Nach dem Booten in die Wiederherstellungskonsole kann die Protokollierung des Bootvorgangs mit „bootcfg /add“ aktiviert werden. Bei der Frage nach der Ladeoption können Sie „/sos /bootlog“ eingeben, um die Datei „boot.ini“ entsprechend zu ergänzen. Der Parameter „/sos“ zeigt  beim Hochfahren die geladenen Treiber an.
Der Parameter „/bootlog“ erstellt im Windows-Verzeichnis die Textdatei „ntbtlog.txt“, in der ausführlich jeder Schritt des Bootvorgangs protokolliert wird. Nach einem Reboot des Systems können Sie in der Wiederherstellungskonsole mit dem Befehl „more ntbtlog.txt“ das Bootprotokoll anzeigen lassen und Hinweise auf fehlerhafte Treiber/Dienste bekommen. Mit „disable“ können Sie gezielt Treiber oder Dienste deaktivieren.

Beim Verwenden der Windows-Wiederherstellungskonsole können Sie nur die folgenden Elemente nutzen: Stammordner, Ordner „%SystemRoot%“ und die Unterordner der Windows-Installation, bei der Sie jeweils angemeldet sind, Ordner „Cmdcons“, Laufwerke für Wechselmedien wie CD-Laufwerk oder DVD-Laufwerk. Mit „set AllowAllPaths = TRUE“ können Sie auch außerhalb der BS-Umgebung auf Dateien zugreifen.

Geschützte System-Dateien überprüfen (siehe Microsoft KB 310747)

Bei eingelegter Windows Setup-CD und Start >> Ausführen >e> SFC ? werden die möglichen Schalter angezeigt mit denen diese Datei alle wichtigen Systemdateien überprüft und falls beschädigt ersetzt. Diese Prüfung ist insbesondere nach Virenbefall und Beseitigung zu empfehlen. Direktausführung mit „sfc /scannow“ oder wenn der PC noch hochfährt mit „sfc /scanonce“.

Reparaturinstallation

Wenn Windows XP nicht mehr hochfährt dann gibt es dafür auf der Windows XP Setup-CD die (zweite) Reparatur-Funktion, die Windows quasi durch eine Neuinstallation wieder reparieren soll. Aus Windows XP heraus – gegebenen falls nach abgesichertem Start und Anmeldung als Adminstrator – die „setup.exe“ von der CD-ROM aufrufen und „Windows XP jetzt installieren“ wählen, EULA mit F8 bestätigen, nach Eingabe des Produkt-Key erfolgt eine komplette Neuinstallation, bei der aber alle Einstellungen erhalten bleiben, so dass Windows XP aussieht wie vorher und alle installierten Programme wieder funktionieren. Allerdings müssen alle XP Updates neu installiert werden.

Ergänzung: Beispiel zur Reparatur von zerstörten Registry Dateien:

Folgender Bildschirminhalt beim Booten von Windows XP deutet auf zerstörte Registry-Dateien hin:

WinXP_RegistryProblem

Gehen Sie entspr. Microsoft KB 307545 folgendermaßen vor:

  1. Legen Sie die Windows XP-Startdiskette in das Diskettenlaufwerk ein, oder legen Sie die Windows XP-CD-ROM in das CD-ROM-Laufwerk, und starten Sie den Computer neu.
  2. Wenn der Bildschirm „Willkommen bei Setup“ angezeigt wird, drücken Sie R, um die Wiederherstellungskonsole zu starten.
  3. Wenn Sie über ein Dual-Boot- oder Multiple-Boot-Computer verfügen, wählen Sie die Installation, die Sie von der Wiederherstellungskonsole aus zugreifen möchten.
  4. Wenn Sie dazu aufgefordert werden, geben Sie das Administratorkennwort ein.
  5. Geben Sie an der Eingabeaufforderung der Wiederherstellungskonsole die folgenden Zeilen ein, nach der Eingabe jeder Zeile die EINGABETASTE drücken:
    MD tmp

    c:\windows\system32\config\system c:\windows\tmp\system.bak kopieren
    c:\windows\system32\config\software c:\windows\tmp\software.bak kopieren
    Kopieren von c:\windows\system32\config\sam c:\windows\tmp\sam.bak
    Kopieren von c:\windows\system32\config\security c:\windows\tmp\security.bak
    c:\windows\system32\config\default c:\windows\tmp\default.bak kopieren c:\windows\system32\config\system löschen
    c:\windows\system32\config\software löschen
    c:\windows\system32\config\sam löschen
    c:\windows\system32\config\security löschen
    c:\windows\system32\config\default löschen Kopieren Sie c:\windows\repair\system c:\windows\system32\config\system
    Kopieren Sie c:\windows\repair\software c:\windows\system32\config\software
    Kopieren von c:\windows\repair\sam c:\windows\system32\config\sam
    Kopieren von c:\windows\repair\security c:\windows\system32\config\security
    Kopieren Sie c:\windows\repair\default c:\windows\system32\config\default
  6. Geben Sie Beenden , um die Wiederherstellungskonsole zu beenden.

Ergänzung: So startet Windows XP:

Zunächst wird die POST (Power On Self Test) Routine ausgeführt, die Größe des vorhandenen Speichers feststellt, der Prozessor analysiert und die notwendige Hardware gesucht. Danach wird ein ähnlicher Test von allen im Rechner vorhandenen Karten durchgeführt, die ein eigenes BIOS besitzen. Das BIOS versucht nun den Datenträger zu ermitteln von dem gestartet werden soll und lädt aus dem ersten Sektor den MBR.

Der Master Boot Rekord (MBR) aktiviert den NT Loader „ntldr“, der das System in den 32-Bit Modus schaltet und die Datei „boot.ini“ liest. Ggfs. spielt noch eine Datei „ntbootdd.sys“ eine Rolle; sie enthält die zum Festplattenzugriff erforderlichen Treiber

Mit den aus der „boot.ini“ enthaltenen Werten wird das Bootmenü erstellt mit dem nicht nur Windows in verschiedenen Start-Ausführungen und mehrere gleiche oder unterschiedliche Windows Versionen gestartet werden können. Als Standard-Einstellung wird Windows XP ausgewählt und das Programm „ntdetect.com“ geladen, welches die Hardware-Konfiguration an „ntldr“ übermittelt.

Ntldr lädt nun die „ntoskrnl.exe“ den Windows Kernel und die „hall.dll“ sowie danach die in der Registry unter „HKKEY_LOCAL_MACHINE/SYSTEM/Current Control Set“ gespeicherten Treiber mit dem Startwert 0.

Die Steuerung wird nun an die „ntoskrnl.exe“ übergeben. Der Betriebsystem Kernel wird initialisiert und die bereits geladenen Treiber werden initialisiert und die Treiber mit dem Startwert 2 geladen. Die Steuerung übernimmt nun die „smss.exe“, die die Windows-Dienste mit dem Startwert 2 (2: automatisch, 3: manuell, 4: deaktiviert) lädt. Nun werden die Sub-Systeme gestartet und die Anmeldung des Anwenders durchgeführt.